Die Domruine

Gleich einer Sage aus verklungner Zeit
Geh’ deinen morschen Pfeiler ich ersteigen;
Es fasset mich ein ehrfurchtsvolles Schweigen
Vor diesem Bilde der Vergänglichkeit.

Zerrissen ist dein glänzend Ehrenkleid,
Das stolze Haupt muβt’ in den Staub sich beugen,
Nichts blieb, von einst’ger Herrlichkeit zu zeugen,
Und unaufhaltsam rollt das Rad der Zeit.

Das ist das Schicksal aller Erdengröβe!
Ein Hauch der Gottheit – und es liegt im Staube,
Was trotzig jüngst zum Himmel mochte streben.

Doch ob der Tod auch alle Banden löse,
Ob der Vernichtung Alles fällt zum Raube,
Aus Schutt und Trümmern wächst ein neues Leben.
Teosest
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